Die Familie des Primarschülers Eric Ngabonziza

Eric Ngabonziza ist 8 Jahre alt und geht in die 2. Klasse der Primarschule Gitanda. Die Grundschule liegt im Sektor Rusiga, in der Nordprovinz Ruandas, ungefähr eine Autostunde von der Hauptstadt des Landes entfernt und inmitten der immergrünen, jedoch unfruchtbaren Hügel auf dem Land. Die Schule ist von der Hauptstraße über eine 7 km lange Erdpiste talabwärts zu erreichen, die bei Regen nicht befahrbar ist.

Der Schulweg von Eric ist glücklicherweise kurz, denn seine Familie wohnt nur ca. 10 Minuten Fußweg von der Schule Gitanda entfernt, in einem kleinen verputzten Lehmhäuschen. Hier wohnt Eric zusammen mit seinem Vater Evariste, seiner Mutter Louise und seinen 4 Geschwistern. Eric hat eine 11-jährige Schwester und 3 Brüder im Alter von 12 und 6 Jahren und 4 Monaten.

Das Haus der Familie besteht aus einem kleinen Vorraum, der als Eingangsbereich dient und in dem Gäste empfangen werden. In dem Vorraum steht eine Holzliege, auf der die Familie ab und an einen Schüler von der Sekundarschule aufnimmt. Die größeren Kinder der Familie teilen sich zu dritt eine Liege, die im Salon steht. Als Salon wird in Afrika der Raum im Haus bezeichnet, der als Stube, Aufenthaltsraum, Ess- und Arbeitszimmer genutzt wird. Die Eltern von Eric schlafen zusammen mit den zwei kleinen Kindern in einer kleinen dunklen Kammer. Feucht und dunkel ist es im Haus fast immer. Das Dach ist bei starken Regengüssen, wie es in der Regenzeit üblich ist, durchlässig. Das Haus hat kein Fundament und steht auf dem einfachen Lehmboden. Warme Decken oder Matratzen gibt es im Haus nicht. Auch Kleidung besitzt die Familie so gut wie keine. Jedes Familienmitglied nennt ein zweites Shirt und eine zweite Hose sein eigen.

Außerhalb des Hauses gibt es zwei kleine Lehmhütten, eine dient als Küche, die andere als Latrine. Es gibt auch einen kleinen Stall, indem die Familie die Kuh eines Herdenbesitzers pflegt. Als Gegenleistung darf sie den Kot zum Düngen für ihr Feld verwenden.

Die Eltern von Eric sind beide Bauern. Ein rund ¼ Hektar großes Feld steht der Familie zur Verfügung, nicht sehr viel für eine siebenköpfige Familie. Angebaut werden größtenteils Maniok, Mais und Kartoffeln. Wenn es die Ernte erlaubt, dann kocht die Mutter Louise zweimal am Tag ein Essen, mittags und abends. Ansonsten isst die Familie nur am Abend. Meist ist der Ertrag des kleinen Feldes jedoch nicht ausreichend, um alle Kinder ausreichend zu ernähren. Frühstück gibt es in der Familie nie, Eric und seine Geschwister gehen immer mit leerem Magen in die Schule.

Im Rahmen des Projektes der Ruanda Stiftung, hat Eric hat am 19.12.2009 eine Ziege bekommen. Die Ziege hat ein Blättchen mit der Nummer 12242 im Ohr. Die Ziege soll die Familie von Erich unterstützen, ihren Lebensunterhalt aufzubessern und die Ernteerträge zu steigern. Ziegendünger ist qualitativ sehr hochwertig. Die Ziege legt den Grundstein für den Aufbau einer kleinen Ziegenzucht. Und tatsächlich gibt es schon Nachwuchs, ein kleines männliches Zicklein.