Zusammenfassung des Projekts Ceh Rulindo

Im Distrikt Rulindo wird ein neues Zentrum für geistig und körperlich behinderte Kinder gebaut, das „Centre des enfants handicapés“ – Zentrum behinderter Kinder. Errichtet werden: zwei Schlafsäle für rund 130 Jungen und Mädchen, ein großer Speisesaal, eine Küche, Vorratsräume, Unterkünfte für das Personal, eine Schule, Hygieneeinrichtungen, Zisternen und Aufenthaltsräume.

Finanziert wird das große Bauprojekt von der Ruanda Stiftung und dem Land Rheinland-Pfalz. Das Koordinationsbüro der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda e.V. in Ruanda ist der starke Partner vor Ort. Es übernimmt die Bauleitung- und Kontrolle, koordiniert die Baumaßnahmen und überprüft die Mittelverwendung.

Die Bauarbeiten haben 2008 begonnen. Anfang des Jahres konnte der erste Teil des Zentrums – Schlafsäle, Speiseraum, Küche, Vorratsraum, Duschen & Toiletten und Personalunterkünfte – erfolgreich fertiggestellt und eröffnet werden. Außerdem wurde auf dem Gelände noch eine Gesundheitsstation errichtet, welche sich momentan im Abschluss befindet. Finanziert wurde die Station von der französischen Organisation OTM, welche auf unsere Bauinitiative hin spontan bereit war, finanzielle Mittel für eine Gesundheitsstation zur Verfügung zu stellen.

Bau des Behindertenzentrums

Hintergründe des Stiftungsprojekts

Träger des Zentrums ist die Organisation „Maison d’Accueil L’Ésperance“ (MAE) – „das Zuhause der Hoffnung“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ganz besonderen Kindern zu helfen, nämlich geistig und körperlich behinderten Kindern. Die Organisation wurde auf Initiative der Caritas Rulindo gegründet. Das katholische Kloster Rulindo wurde 1909 hoch auf den Hügeln des Distriktes Rulindo (daher der Name des Zentrums) gegründet und ist heute eine der wichtigsten Anlaufstellen für die Sorgen und Nöte der ländlichen Bevölkerung im Distrikt.

Träger des Behindertenzentrums für Kinder

Die MAE hatte auf dem Gelände des Klosters ein Auffangzentrum für die behinderten Kinder der Region errichtet. Hier werden Kinder aufgenommen, die von ihren Müttern aus Scham versteckt und in ihrem sozialen Umfeld ausgegrenzt werden, weil sie anders sind. In Rulindo leben derzeit 325 geistig und körperlich behinderte Kinder (letzter Stand 2007). Die schlechte Versorgungssituation und Mangelernährung der Frauen verursachen die hohe Geburtenrate von Kindern mit Behinderungen. Leider wird in der ländlichen Region dieser Zusammenhang oftmals nicht objektiv betrachtet, sondern die Geburt eines missgebildeten Kindes wird als „Strafe“ oder „Fluch“, der auf der Familie lastet, empfunden. Im MAE konnten bisher nur 68 Kindern mit unterschiedlichen Behinderungen betreut werden.

Besprechung in Ruanda Ausstattung des Zentrums in Ruanda

Das alte Zentrum auf dem Hügel

Der Weg zum katholischen Kloster Rulindo führt an steilen, mit Eukalyptusbäumen begrenzten Abhängen vorbei die Hügel hinauf. In der Regenzeit werden die von der Hauptstraße abzweigenden Sandwege zu Schlammpisten und die Verbindung zwischen den Dörfern und Kigali, der 30 Kilometer entfernten Hauptstadt, ist oft für mehrere Tage unterbrochen.

Bis vor Kurzem hatte die MAE hier oben ihr Zentrum für behinderte Kinder geführt. Das Zentrum bot nur Platz für etwa 70 Kinder. Zudem waren die Räumlichkeiten in einem jämmerlichen Zustand. Es regnete herein und das Wasser wurde notdürftig in Eimern aufgefangen. Die Räume waren feucht und dunkel. Zudem mussten sich die Kinder auf Grund des Platzmangels zu dritt ein Bett teilen. Mädchen und Jungen haben zusammen im selben Raum geschlafen. Auf dem Gelände war kein weiterer Ausbau des Zentrums möglich und so entschied man sich, ein neues Zentrum zu errichten, im Tal und in unmittelbarer Nähe zur Straße.

Betreuungskonzept der Organisation MAE

Im Behindertenzentrum für Kinder wendet die Organisation MAE ein Reintegrierungskonzept an. Das Konzept sieht eine schrittweise Reintegration der behinderten Kinder in ihre Familien und in die Dorfgemeinschaft vor: Während der Schulzeit leben die Kinder im Zentrum und nach Ende eines Trimesters werden sie von ihren Eltern abgeholt und wohnen während der Ferien zu Hause. Die Förderung der Kinder besteht aus einer speziellen schulischen Ausbildung, die auf die verschiedenen Behinderungen der Kinder abgestimmt ist.

So wird taubstummen Kinder die Zeichensprache beigebracht, um sie in die Gruppe zu integrieren und die Kommunikation untereinander zu ermöglichen. Geistig behinderte Kinder werden im Malunterricht unterstützt ihre Fähigkeiten auszubauen und ihre Eindrücke zu verarbeiten. Kinder mit körperlichen Einschränkungen werden medizinisch behandelt und wenn nötig operiert, um Beschwerden zu lindern. Die Beweglichkeit wird in einer speziellen Physiotherapie gefördert.

Auch die Eltern werden in das Programm aufgenommen und in Selbsthilfegruppen beraten. Auf diese Weise wird der alltägliche Umgang der Eltern mit ihren geistig und körperlich Kindern unterstützt.

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